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Last Update: 2017 - 11 - 14





8. AEK am 01. und 02.10.2005 in Nürnberg (Termin A)

Freitag 30.09.2005

Ich bin wieder bereits am Freitag Abend angereist, und komme nach einer nicht ganz so angenehmen Zugfahrt in einem maßlos überfüllten ICE gerade so noch rechtzeitig in dass Hotel, um noch eine warme Mahlzeit zu bekommen. Wie üblich, haben sich schon einige AEK-Teilnehmer in der Hotelbar eingefunden und saßen dort noch bis in die frühen Morgenstunden in interessante Gespräche vertieft zusammen. Es fiel allerdings auf, dass dieses Jahr nicht ganz so viele AEKler am Freitag anreisten, aber vielleicht lag dies auch nur daran, dass viele nach den enormen Wartezeiten in den Staus lieber gleich auf ihr Zimmer verschwanden, anstatt noch mal in der Hotelbar vorbeizuschauen.

Samstag 01.10.2005

Karl Donaubauer - Frontend-Updater + Ausblick auf Access 12

Der Veranstalter höchstpersönlich eröffnet diesmal nicht nur die AEK, sondern hält auch gleich selbst den ersten Vortrag. Es geht um Frontend-Updater, nützliche kleine Tools, die einem dabei helfen, die neue Version eines Frontends auf alle Client-Rechner zu verteilen. Von Henry Habermacher's kostenlosen MDBLoader, über Tony Toews fast kostenlosen Auto FE Updater bis zu dem "professionellen" Total Access Startup von FMS steigt die Preiskategorie der vorgestellten Produkte bis zu einem unverschämten Preis von 499,- US$ an. Da die Tools alle kein Hexenwerk vollbringen, mutet der unvergleichbar hohe Preis für die Lösung von FMS um so befremdlicher an.

Karl, als erfahrener Sprecher liefert einen professionellen Vortrag ab, und hat keine Probleme die Features der verschiedenen Lösungen verständlich anhand praktischer Beispiele zu erläutern. Erst im letzten Teil seines Vortrages, als es nicht mehr um die Frontend-Updater, sondern um Neuerungen in Access 12 geht, nimmt die inhaltliche Qualität des Vortrages etwas ab, weil der Informationsgehalt, abgesehen von den seit der PDC schon bekanntem Features/Screenshots des neuen Office Ribbons, gegen Null geht. Dies kann man aber nicht Karl anlasten, vielmehr ist es enttäuschend, dass sich das Access-Produktteam in Redmond nicht auch nur die klitzekleinste neue Information für die AEK (immerhin die größte Access-Entwicklerkonferenz in Europa ;-)) entlocken ließ.

Mark Dörbandt - XML mit Access 2003

Mark Doerbandt beim Vortrag Access 2003 und XML

Recht theoretisch anmutende Vorträge über XML im Allgemeinen und im Kontext der Office-Integration im Besonderen gab es inzwischen schon zu hauf, nicht zuletzt auch auf den AEKs der letzten Jahre. Um so positiver bin ich überrascht, dass es Mark mit seiner sehr praxisnahen und professionellen Präsentation nicht nur schafft die wesentlichen Grundlagen von XML knapp aber kompetent und verständlich zu erklären, sondern im Gegensatz zu vielen anderen Referenten mit diesem Thema auch eine Handvoll Beispiele vorzustellen, die Access als Quelle bzw. Ziel eines Datentransfers haben und dazu jeweils interessante Weiterverarbeitungs- bzw. Aufbereitungsmöglichkeiten der Daten demonstrieren, die wirklich eine praktische Relevanz besitzen. Insbesondere das Beispiel mit der vollständigen Erstellung eines Worddokumentes über WordML ist beeindruckend und sorgt in der folgenden Pause für einigen Diskussionsstoff. Und auch wenn über den Sinn und Unsinn von XML vorerst kein Konsens gefunden werden kann, über eins ist man sich einig: Marks interessanter Vortrag hat die Möglichkeiten von XML im Kontext mit Access sehr gut verdeutlicht.

Michael Zimmermann - Höhere Normalformen für Access-Entwickler

Michael hatte sich am späten Abend des vorigen Tages mit den Worten "Morgen muss ich euch alle normalisieren" von uns verabschiedet. Nun ist es an der Zeit diese Drohung(?) wahrzumachen. Sein Vortrag ist die Fortsetzung seines Referates von der letzten AEK, in dem er aus Zeitmangel nur die niederen Normalformen ausführlich behandeln konnte. Daher geht es jetzt erst mal in sehr zügigen Tempo durch die Grundlagen der Normalisierung, bevor wir uns ausführlich den höheren Normalformen widmen können.

Michael schafft es sehr gut, dieses etwas trockene Thema anschaulich und praxisnah zu vermitteln. Bisher habe ich es noch nicht erlebt, dass jemand die 4., 5. und BC-Normalform so nachvollziehbar und verständlich erläutert, wie er, und damit die tatsächliche Praxisrelevanz und der Umgang mit diesen Normalformen klar und deutlich macht.

Paul Rohorzka - Wie weit ist .NET 2.0?

Im letzten Vortrag des ersten AEK-Tages stellt uns Paul die zu erwartenden Neuheiten im bald kommenden Microsoft .NET Framework 2.0 und Visual Studio 2005 vor. Da ein recht großer Teil der Anwesenden noch keinerlei Erfahrung mit .NET 1.x hat, beginnt Paul sinnvollerweise mit einem kurzen Überblick über die grundlegenden Paradigmenwechsel von dem alten VB6 zu VB.NET 1.x, anschließend folgt dann ein ausführlicher Überblick über Generics, Partial Classes, die neuen Databinding-Controls, etc. in .NET 2.0 und natürlich darüber, wie diese Features im neuen Visual Studio 2005 genutzt bzw. davon unterstützt werden. Ein sehr interessanter Vortrag, der insbesondere bei dem Databinding-Teil viele der Accessler sicherlich angenehm(?) an ihre entwicklerische Heimat erinnert.

(Kein) Weißer Löwe

Das traditionelle Bratwurstessen im Weißen Löwen lasse ich diesmal wegen Faulheit und Müdigkeit ausfallen, stattdessen genieße ich mit ein paar anderen Teilnehmern in Hotelnähe eine Pizza und lasse dann den Abend bei einem leckeren Single Malt Whisky mit gemütlichem Smalltalk in der Hotelbar ausklingen.

Sonntag 02.10.2005

Paul Rohorzka - Klassenmodule konkret

Paul Rohorzka demonstriert Klassen konkret

Nachdem uns Paul gestern das .NET-Framework 2.0 vorgestellt hat, ist es jetzt an der Zeit zu demonstrieren, dass man nicht erst auf .NET umsteigen muss, um mit Klassen zu programmieren. Mit einigen praxisnahen Beispielen verdeutlicht uns Paul, wie man auch in Access sinnvoll Klassen einsetzen kann, um Anwendungen strukturierter und wartbarer zu entwickeln. Auch wenn einige der Zuschauer der Meinung sind, das Paul den Einsatz von Klassen ein wenig zu weit treibt, ist doch unstrittig dass er einen sehr guten Vortrag mit breiter Praxisrelevanz abgeliefert hat.

Michael Zimmermann - Performance-Tuning in Tabellen und Abfragen

Nach seinem gestrigen Vortrag über Normalisierung ist es nicht verwunderlich, dass Michael nicht direkt bei den Abfragen selbst beginnt, sondern erst mal das Fundament für eine hohe Abfrageperformance mit sinnvollen, an die jeweiligen Anforderungen angepasstem Datenbankdesign legt.

Obwohl der Vortrag vielversprechend begonnen hat, bricht meine eigene Performance hier leider etwas ein, so dass ich die weiteren Inhalte verpasse, während ich mich im Pausenbereich mit Kaffee revitalisiere.

Uwe Ricken - SQL Server 2005 - Praxiserfahrungen

Als notorischen Überzieher hat man Uwe an das Ende der AEK verbannt und ihm einen entsprechenden Zeitrahmen eingeräumt. Wie von ihm nicht anders gewohnt, legt Uwe gleich von der ersten Minute an unvergleichlich unterhaltsam und nicht weniger kompetent mit der Vorstellung des bald erscheinenden SQL-Server 2005 los. Man merkt deutlich, dass er hier nicht nur trockenes Fachwissen und technische Neuerungen vermittelt, sondern selbst von diesem Produkt vollauf begeistert ist. Während wir Uwe von den neuen SQL-Server Administrations- und Entwicklungstools zu den neuen T-SQL-Erweiterungen, wie CTEs, strukturierte Fehlerbehandlung und neuer Pivot-Funktionalität folgen, wird immer klarer, womit sich das SQL-Server-Team in Redmond die letzten 5 Jahre die Zeit vertrieben hat und was mit der neuen Version des SQL-Servers auf uns zukommt.

Trotz aller Beigeisterung bleiben aber auch einige Schwächen und Fehler, zumindest in der aktuellen Betaversion, nicht unberücksichtigt und obwohl der Eindruck vom SQL2005, den Uwe uns vermittelt, überwiegend positiv ist, lässt sich nicht leugnen dass auch bei Microsoft in Redmond nur Menschen arbeiten.

Nach eigener Aussage war Uwe mit seinem Vortrag bei der vorigen AEK7 selbst nicht so recht zufrieden, aber diese Scharte kann er heuer allemal auswetzen. Und weil am Ende der recht großzügige Zeitrahmen doch wieder nicht reicht, hat er als letzter Referent der diesjährigen AEK sogar nach dem offiziellen Veranstaltungsende noch Gelegenheit eine Zugabe zu geben, bei der immer noch ein großer Teil des Saales gefüllt ist. Zweifellos war dieser Vortrag einer der absoluten Höhepunkte der AEK8.

Technisches Fachsimpeln in den Pausen

Fazit

Nachdem die Reaktion auf die Entscheidung mit der AEK7 das Stammhotel zu verlassen und in das Nürnberger Hilton überzusiedeln, um der gewachsenen Interessentenzahl Rechnung zu tragen, nicht uneingeschränkt positiv war, ist die AEK8 wieder zum angestammten Veranstaltungsort, dem Arvena Park Hotel, zurückgekehrt. Diesmal aber mit einem neuen Konzept, die AEK auf zwei Termine mit gleichen Themen aufzuteilen.

Dieses Konzept hat sich schon von der Buchung an positiv bemerkbar gemacht, so waren auch kurz vor den jeweiligen Veranstaltungsterminen noch wenige Plätze für Kurzentschlossene frei. Man konnte wieder in die gewohnt freundliche Umgebung des Arvena Park zurückkehren und durch die geringere Teilnehmerzahl pro Termin konnte auch die typische, familiäre Atmosphäre der AEK erhalten bleiben. Wenn sich auf der finanziellen Seite auch die Kosten der Veranstaltung in diesem Rahmen decken lassen, macht es sicherlich Sinn, dieses Konzept in den kommenden Jahren fortzuführen.

Inhaltlich hat die AEK8 eine sehr gute Mischung aus Access-spezifischen Themen und Themen aus dem weiteren Umfeld geboten, die allesamt, zumindest für mich persönlich, sehr praxisorientiert waren und auf durchgehend hohen Niveau vorgetragen wurden. Vom fachlichen Aspekt her aus meiner Sicht die beste AEK bisher! - Weiter so!

PS: Zur offiziellen Webseite der AEK geht es hier: http://www.donkarl.com/AEK/

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